{"id":1136,"date":"2020-01-19T15:48:04","date_gmt":"2020-01-19T12:48:04","guid":{"rendered":"http:\/\/muzejew-news.org.ua\/?p=1136"},"modified":"2020-02-01T15:50:05","modified_gmt":"2020-02-01T12:50:05","slug":"czernowitz-deutsch-juedische-kultursymbiose","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/muzejew-news.org.ua\/?p=1136&lang=de","title":{"rendered":"Czernowitz \u2013 Deutsch-j\u00fcdische Kultursymbiose"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ein Gespr\u00e4ch mit Dr. Mykola Kuschnir, Direktor des J\u00fcdischen Museums in Czernowitz\/Ukraine\u2026<span id=\"more-57690\"><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Von Christel Wollmann-Fiedler<br \/>\nCzernowitz, 10. September 2019<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00dcber Czernowitz, \u00fcber das j\u00fcdische Leben vor dem 2. Weltkrieg habe ich von meinen Zeitzeugen und Freunden in Israel viel und vor allem Sch\u00f6nes geh\u00f6rt. 1940 kam dann das Schreckliche hinzu und 1941 wurde es noch Unmenschlicher. Wie war das denn wirklich w\u00e4hrend der Donaumonarchie und sp\u00e4ter in der rum\u00e4nischen Zeit? War das Zusammenleben der verschiedenen Ethnien und Religionen so problemlos, wie man oft h\u00f6rt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Leben der Juden in Czernowitz in der Zeit der Donaumonarchie und nach 1918 war durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Wenn wir die 1. H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts nehmen, m\u00fcssen wir uns im Klaren sein, dass die Lage der Juden ziemlich schwierig war. Die Juden hatten keine Rechte, zum Beispiel kein Besitzrecht, auch war ihnen der Zugang zu bestimmten Berufen beschr\u00e4nkt. Sie durften nur Handel und Gewerbe treiben und es gab viele andere Beschr\u00e4nkungen und Zw\u00e4nge. Das wurde negativ wahrgenommen von den Juden. Ich meine vor allem von den liberalen Juden, die schon gute Ausbildung hatten. Es gab solche in Czernowitz schon in der ersten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts. Die meisten Juden waren strenggl\u00e4ubig und lebten zur\u00fcckgezogen hinter den geistlichen Mauern der Gemeinde. Die Welt au\u00dferhalb der Gemeinde, wo Christen und verschiedene andere ethnische Gruppen miteinander oder nebeneinander lebten, interessierte sie sehr wenig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was hat der Kaiser in Wien den Juden versprochen und was hat er eingehalten, was wurde umgesetzt, was nicht?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Je nachdem von welchem Kaiser wir sprechen. Kaiser Joseph II., der Sohn von Kaiserin Maria Theresia, hat den Juden freie Religionsaus\u00fcbung zugesagt. Stattdessen verlangte er aber von ihnen, dass sie zu den \u201en\u00fctzlichen Untertanen\u201c werden. D.h., sie sollten ihren altert\u00fcmlichen Lebenswandel \u00e4ndern. Auch im Umgang mit den Juden setzte die Regierung in Wien auf Zentralisierung, S\u00e4kularisierung, und Germanisierung. Man hat z.B. gefordert, dass die Juden deutschsprachige Familiennamen annehmen und ihre Kinder in die deutschsprachigen Grundschulen schicken. Die j\u00fcdischen Gemeinden in der Bukowina und selbst in Czernowitz lehnten alle Reformbestrebungen der Regierung entschieden ab und suchten die restriktiven Ma\u00dfnahmen zu umgehen. Das war die 1. H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die 2. H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts erscheint schon in einem anderen Licht. Nach der Revolution von 1848\/49 war es schon an der Zeit, dass auch die Juden b\u00fcrgerliche Rechte bekommen. Auch in \u00d6sterreich sprach man nun dar\u00fcber. Die \u00f6sterreichische Administration in Czernowitz war bereit, den sog. \u201eaufgekl\u00e4rten\u201c, d.h. besser gebildeten und fortschrittlich gesinnten, Juden die Rechte zu geben und unterbreitete dem Kabinett in Wien entsprechende Vorschl\u00e4ge. Trotz des vor\u00fcbergehenden Sieges der Reaktion in den 1850er Jahren ebnete sich der Weg f\u00fcr die rechtliche Emanzipation der Juden. Schritt f\u00fcr Schritt wurden alte Zw\u00e4nge und Beschr\u00e4nkungen aufgehoben bis es dann 1867 zur Gleichberechtigung kommt. Von jetzt an waren endlich auch die Juden als B\u00fcrger anerkannt. D.h. von Kaiser Franz Joseph I. erhielten die Juden der Bukowina b\u00fcrgerliche Rechte. Diese Gleichberechtigung stellte eine Z\u00e4sur f\u00fcr die j\u00fcdische Gemeinschaft dar. In Czernowitz beginnt ab jetzt die Integration der Juden in die Gesellschaft. Viele von ihnen nehmen sehr schnell die neuen M\u00f6glichkeiten, z.B. den Zugang zu den sog. freien Berufen, in Anspruch und werden Rechtsanw\u00e4lte, \u00c4rzte usw. Auch als Angestellte oder Beamte k\u00f6nnen die Juden jetzt arbeiten. Die neuen sozialen Perspektiven weckten bei den Juden Interesse an Schul- und Universit\u00e4tsbildung und es war in dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts ein enormer Anstieg des Prozentsatzes von j\u00fcdischen Kindern in staatlichen Schulanstalten zu verzeichnen. Auch an der Franz-Joseph-Universit\u00e4t Czernowitz studierten auf einmal viele Juden. Als gleichberechtigte B\u00fcrger wurden die Juden in die politischen K\u00f6rperschaften gew\u00e4hlt. Schon in seiner ersten Legislaturperiode waren im Bukowiner Landtag als Abgeordnete der j\u00fcdische Rechtsanwalt Dr. Josef Fechner und der Kaufmann Isak Rubinstein t\u00e4tig. Im Czernowitzer Stadtrat sa\u00dfen ebenfalls viele Vertreter der j\u00fcdischen Gemeinde. Aber einen besonderen Einfluss hatten die Juden in der Wirtschaft. Hier, wie auch in vielen anderen Bereichen, hatten die Juden um die Jahrhundertwende federf\u00fchrende Positionen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wenn ich in den Unterhaltungen mit den alten Czernowitzern meinte, dass sie \u201edie Deutschen\u201c waren, kam sofort die Erwiderung: \u201c Nein, wir waren die Juden\u201c. Wie ist das zu verstehen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gute Frage, gute Bemerkung. Da haben wir wieder zu unterscheiden zwischen der \u00f6sterreichischen Periode und der rum\u00e4nischen nach 1918. In der ersten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts hat die Regierung mehrmals indirekt angedeutet, dass die Juden der Monarchie eigentlich \u201eDeutsche mosaischen Glaubens\u201c sind. Die Nachkommen von Abraham waren folglich nicht als ethnische Gruppe oder als Volk anerkannt, sondern nur als Religionsgemeinschaft, doch bei den Volksz\u00e4hlungen wurden sie zu den Deutschen gez\u00e4hlt. Dies entsprach auch der oben schon erw\u00e4hnten Germanisierungspolitik der Habsburger, die anf\u00e4nglich zwangsweise vorangetrieben wurde. In der 2. H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts war alles schon wieder umgekehrt. Die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung der bukowinischen Hauptstadt w\u00e4hlte mehr und mehr die deutsche Sprache und die deutsche Kultur als Mittel f\u00fcr ihren sozialen Aufstieg. Es vollzieht sich die freiwillige Akkulturation, die Assimilation nat\u00fcrlich auch, doch nicht mehr zwangsweise.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Czernowitz entsteht auf dieser Grundlage ein interessantes Ph\u00e4nomen, die sogenannte deutsch-j\u00fcdische Kultursymbiose, die auch ein politisches B\u00fcndnis zwischen den \u00f6sterreichischen Deutschen und den Juden m\u00f6glich machte. Die beiden Gruppen bewiesen ihre Loyalit\u00e4t gegen\u00fcber den Habsburgern und agierten gemeinsam im Landtag. Auch in den studentischen Verbindungen an der Universit\u00e4t Czernowitz waren die Deutschen und die Juden lange Zeit gemeinsam. Dabei ist nicht zu vergessen, dass die orthodoxe Judenschaft in der Stadt weiterhin pr\u00e4sent war. In der Tat muss man \u00fcber zwei j\u00fcdische Welten in Czernowitz, die parallel existierten, sprechen: einer orthodoxen und einer liberalen. Die Vertreter der Letzteren waren bem\u00fcht, \u201enormale\u201c Menschen zu sein. Sie zogen sich b\u00fcrgerlich an, ihr Habitus und das Benehmen waren genauso, wie bei den anderen B\u00fcrgern. Sie teilten \u00f6sterreichische Kulturwerte. Es gab Salons in Czernowitz, wo die Juden auch dabei waren. Es gab, wie auch bei den anderen ethnischen Gruppen, eine j\u00fcdische liberal gesinnte und assimilationsfreudige Oberschicht. Nach 1918 \u00e4nderte sich die Situation f\u00fcr die Juden in Czernowitz komplett. Denn von einer quasi privilegierten Gruppe wurden sie pl\u00f6tzlich zu einer der Minderheiten im rum\u00e4nischen Staat mit allen daraus resultierenden Problemen und Nachteilen. Aber das schlimmste war, dass die Regierung in Bukarest anstrebte, die Bev\u00f6lkerung der Bukowina umgehend zu Patrioten Rum\u00e4niens zu machen. Mittels einer harten Rum\u00e4nisierungspolitik, von welcher die deutschsprachigen Juden und die Ukrainer am meisten betroffen wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie reagierten die Juden darauf? Unterschiedlich aber meistens ablehnend. Die einen \u2013 und das war typisch f\u00fcr die j\u00fcngere Generationen \u2013 befassen sich immer mehr mit den zionistischen Ideen bzw. Parolen. Sie f\u00fchlten sich in rum\u00e4nischen Cernauti nicht mehr zu Hause und neigten immer \u00f6fter dazu, nach Pal\u00e4stina auszuwandern, um dort ihr neues j\u00fcdisches Zuhause gemeinsam aufzubauen. Die zweiten \u2013 und das waren die Vertreter der unteren Schichten \u2013 huldigten nun dem Sozialismus, Internationalismus und der Arbeiterschaft und tr\u00e4umten von der Weltrevolution. Und die Dritten, \u2013 und das waren die Vertreter der alten j\u00fcdischen Elite aus der \u00f6sterreichischer Zeit \u2013 versuchten, sich anzupassen und die Rechte der Bukowiner Juden als Bestandteil der Judenschaft Rum\u00e4niens mit den ihnen zur Verf\u00fcgung stehenden verfassungskonformen Mitteln zu verteidigen. Nur in einem waren alle drei Gruppen einig: sie f\u00fchlen sich nicht dem Deutschtum, sondern dem Judentum angeh\u00f6rend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Woher, aus welchen Landschaften kamen die Juden, die sich in Czernowitz angesiedelt haben und warum kamen sie in die Bukowina?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu dem Zeitpunkt als die Bukowina im Jahre 1775 \u00f6sterreichisch wurde lebten hier insgesamt 526 j\u00fcdische Familien. Dann begann sehr starker Zuzug der Juden, vor allem aus Galizien. Klar, es gab nat\u00fcrlich auch \u00dcbersiedler aus anderen Regionen. Aber in Galizien lebten schon seit dem Mittelalter viele Hunderttausende von Juden. Die j\u00fcdischen Gemeinden lebten dort sehr oft in Armut und viele Juden suchten M\u00f6glichkeiten f\u00fcr ein besseres Leben. Nun gingen sie in die \u00f6sterreichische Bukowina. Hier \u2013 im Unterschied zu Galizien, wo die \u00f6sterreichische Gesetzgebung f\u00fcr die Juden schon fr\u00fcher eingef\u00fchrt war \u2013 blieb die alte Ordnung vorerst in Kraft. Dieser Status Quo bedeutet f\u00fcr die Juden, dass sie z.B. vom Milit\u00e4rdienst befreit waren. Auch war es in der Bukowina viel ruhiger als in Galizien, wo die j\u00fcdischen Gemeinden im Rahmen der Regierungsreformen schon Umbr\u00fcche und Turbulenzen erlebten<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-57694 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.hagalil.com\/wp-content\/uploads\/Czernowitz-I-sept.2019-220.jpg\" sizes=\"(max-width: 435px) 100vw, 435px\" srcset=\"http:\/\/www.hagalil.com\/wp-content\/uploads\/Czernowitz-I-sept.2019-220.jpg 512w, http:\/\/www.hagalil.com\/wp-content\/uploads\/Czernowitz-I-sept.2019-220-200x300.jpg 200w, http:\/\/www.hagalil.com\/wp-content\/uploads\/Czernowitz-I-sept.2019-220-300x450.jpg 300w\" alt=\"\" width=\"435\" height=\"653\" \/>Das Geb\u00e4ude in dem wir uns befinden, wurde 1908 im feinsten Jugendstil als J\u00fcdisches Volkshaus gebaut von Architekt Julius Bochner.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Geb\u00e4ude wurde von der Leitung der j\u00fcdischen Gemeinde Czernowitz vor f\u00fcr allem f\u00fcr den Sitz ihrer Administration bestimmt. Seine Pl\u00e4ne hat Julius Bochner, und nicht Lewandowski, dessen Name fehlerhaft auf der Tafel drau\u00dfen geschrieben steht, entworfen. Bochner war ein bekannter Architekt in der Stadt und hat auch andere H\u00e4user gebaut. Er war Vorstandsmitglied der j\u00fcdischen Gemeinde und hatte Anteile an einer Ziegelfabrik. Und f\u00fcr die Fassade bestellte man extra einen K\u00fcnstler aus Wien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sie sind ein exzellenter Kenner des Bukowiner Judentums und leiten seit 2010 das J\u00fcdische Museum in Czernowitz, in dem wir gerade miteinander sprechen. Wie kommt es, dass Sie als Nicht-Cczernowitzer und Nichtjude sich um dieses ganz spezielle Thema k\u00fcmmern?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gute Frage. Ja, ich habe keine j\u00fcdischen Wurzeln oder Herkunft, ich bin auch kein geb\u00fcrtiger Czernowitzer, auch kein Bukowiner. Ich kam 1990 hierher zum Studium. Die ehemalige erzbisch\u00f6fliche Residenz, in der die Universit\u00e4t untergebracht ist, hatte mich sehr fasziniert. Na, und erst die Stadt. Solch eine Stadt hatte ich in meinem Leben damals noch nie gesehen. Ich stamme aus einem Dorf in der Zentralukraine. Ich habe nat\u00fcrlich typisch sowjetische St\u00e4dte dort gesehen, aber so eine Stadt wie Czernowitz hatte ich noch nie gesehen. Zum ersten Mal habe ich Czernowitz 1989 im Rahmen einer Dienstreise meines gottseligen Vaters besucht. Damals habe ich ihm gesagt, dass ich hier studieren m\u00f6chte. Er war alles andere als fasziniert von dieser Idee, weil es weit vom Zuhause war, musste es aber hinnehmen. Einige Jahre sp\u00e4ter gab es an der Uni einen Wettbewerb in deutscher Sprache. Ich hatte ein gutes Ergebnis und bekam einen zweiw\u00f6chigen Aufenthalt in Augsburg. Das war die erste Auslandsreise in meinem Leben. Bayern, Augsburg, f\u00fcr mich war das ein anderer Planet. Dort habe ich viele interessante Menschen kennengelernt, auch den damaligen Leiter des Bukowina Instituts, Professor Johannes Hampel, der inzwischen leider verstorben ist. Er wollte wissen, was ich nach dem Studium machen werde. Nun, vielleicht eine wissenschaftliche Laufbahn, war meine Antwort. Dann fragte er mich nach dem Thema, das f\u00fcr mich als Historiker interessant ist. Ich konnte damals noch nicht antworten. Professor Hampel wies mich dann auf die J\u00fcdische Geschichte in der Bukowina hin. Ich wei\u00df nicht mehr, wie ich damals reagiert habe. Sp\u00e4ter, als ich ein Thema f\u00fcr meine Diplomarbeit angeben musste, erinnerte ich mich an dieses Gespr\u00e4ch und habe mich f\u00fcr die J\u00fcdische Geschichte der Bukowina in der \u00f6sterreichischen Periode entschieden. Ab 1994 habe ich mich dann mehr und mehr mit dem Thema besch\u00e4ftigt. Schritt f\u00fcr Schritt musste ich f\u00fcr mich die J\u00fcdische Geschichte als solche entdecken. Was bedeutet Judentum \u00fcberhaupt? Religion, Traditionen usw. F\u00fcr mich als Nichtjude war das sehr kompliziert. Es gab auch Sprachprobleme. Die Unterlagen sind nat\u00fcrlich alle auf Deutsch. Meine deutschen Sprachkenntnisse waren damals sehr primitiv, geschweige denn Jiddisch oder Hebr\u00e4isch. Ich habe nat\u00fcrlich Hebr\u00e4ischkurse gemacht, doch es reichte nicht aus. Etwas sp\u00e4ter, w\u00e4hrend meines Studienaufenthaltes in Wien, habe ich die M\u00f6glichkeit bekommen, Jiddisch bei Professor Jakob Allerhand privat zu lernen. Ich brauchte also viele Jahre, um diesem Thema n\u00e4herzukommen. 2007 begannen die Vorbereitungen f\u00fcr dieses Museum. Einige Themen hatte man mir \u00fcbertragen, j\u00fcdische Presse, j\u00fcdische Konferenz 1908. Zwei Jahre sp\u00e4ter kam das Angebot, das Museum zu \u00fcbernehmen. Seit 2010 bin ich in diesem Haus und leite das J\u00fcdische Museum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bei einer Pr\u00e4sentation konnte ich sehen, dass die Zeremonienhalle auf dem J\u00fcdischen Friedhof in der Selena Stra\u00dfe saniert wird und ein moderner Anbau entstehen soll. Eine Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr die Bukowiner Juden soll dort hineinkommen. Hat die geplante Einrichtung Einfluss auf Ihr Museum, auf Ihre Arbeit?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht um ein sehr gro\u00dfes Projekt, dessen Ziel ist es, ein Holocaustmuseum und eine Gedenkst\u00e4tte einzurichten. In der ehemaligen Leichenhalle, die derzeit saniert wird, soll die Gedenkst\u00e4tte entstehen und in einem Neubau die Dauerausstellung \u00fcber den Holocaust in der Bukowina untergebracht werden. Nat\u00fcrlich hat das neue Museumsprojekt Einfluss auf unsere Arbeit hier. Zum einen, weil wir als Museumspersonal jetzt Doppelaufgaben haben. Zum anderen, weil die Dauerausstellung hier auch neukonzipiert werden soll, bevor das neue Museum in der Selena Stra\u00dfe seine ersten Besucher empf\u00e4ngt. Denn wir haben auch in der aktuellen Ausstellung Materialien bzw. einen Informationsblock zum Thema Holocaust. Sie sind aber sehr oberfl\u00e4chlich und nehmen nur Randstellungen ein. So war das im urspr\u00fcnglichen Konzept des J\u00fcdischen Museums in Czernowitz, das vorsah, dass man hier in erster Linie das Leben der Juden und nicht den Tod zeigt. Es wurde aber von den Begr\u00fcndern des Museums schon damals den Holocaust\u00fcberlebenden und deren Nachkommen das Versprechen gegeben, dass auch das Thema Shoa in der Bukowina und dessen Bedeutung einen angemessenen Platz finden wird. Mit dem neuen Museumsprojekt wird nun dieses Versprechen eingehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-57697 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.hagalil.com\/wp-content\/uploads\/Czernowitz-II-sept.2019-404.jpg\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" srcset=\"http:\/\/www.hagalil.com\/wp-content\/uploads\/Czernowitz-II-sept.2019-404.jpg 750w, http:\/\/www.hagalil.com\/wp-content\/uploads\/Czernowitz-II-sept.2019-404-300x200.jpg 300w\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ihr Museum ist ein sehr wichtiges, kleines, aber feines, sehr informatives Museum. Ich glaube, es gibt kaum weitere J\u00fcdische Museen dieser Art in der Ukraine, in Russland oder in Rum\u00e4nien. Ist das richtig?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Teilweise. In Moskau gibt es inzwischen ein sehr gro\u00dfes Museum, das als J\u00fcdisches Museum und Zentrum f\u00fcr Toleranz betitelt ist. Bei ihm handelt es sich um das Judentum auf dem riesengro\u00dfen Territorium des Russischen Reiches. Wir sind stattdessen ein lokales Museum, in dem die hiesige Geschichte pr\u00e4sentiert wird. Dabei gehen wir davon aus, dass sich die hier ans\u00e4ssigen Juden durch ihre kulturelle Pr\u00e4gung eine spezifische lokale Identit\u00e4t und ein Selbstbewusstsein angeeignet haben, welches sich von dem der Juden in Galizien oder in Bessarabien unterscheiden. In der Ukraine gibt es ein gro\u00dfes J\u00fcdisches Museum in Dnipro, ein etwas kleineres in Odessa und ein privates J\u00fcdisches Museum in Krywyj Rih (russ. Kriwoj Rog), einer Industriestadt in der s\u00fcdlichen Ukraine. Etwas Gemeinsames haben alle diese Museen: Das Thema des Holocausts und des Zweiten Weltkriegs hat in ihren Ausstellungen einen priorit\u00e4ren Platz gefunden. Alle J\u00fcdischen Museen in der Ukraine \u2013 unseres ist da auch keine Ausnahme \u2013 sind keine staatlichen oder kommunalen Einrichtungen. Sie entstanden durch private oder b\u00fcrgerliche Initiativen, wie es bei uns der Fall war. F\u00fcr Rum\u00e4nien kann ich nicht sprechen. Meines Wissens gibt es in der Stadt Sighetu Marma\u021biei ein Museum \u201eElie-Wiesel-Haus\u201c. Ich habe auch geh\u00f6rt, dass die Arbeit an dem Holocaustmuseum in Bukarest inzwischen ins Stocken geraten ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie war das nach dem 2. Weltkrieg. Die \u00dcberlebenden von Transnistrien gingen oft weiter nach Rum\u00e4nien oder gleich in die weite Welt. Wieviel Czernowitzer Juden gab es damals noch in der Stadt und wie viele sp\u00e4ter. Woher kamen die fremden Juden?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da fehlen leider die genauen Statistiken. Wir wissen nicht wie viele in Transnistrien \u00fcberlebt haben. Sch\u00e4tzungsweise ein Drittel, das ist aber sehr vage. Etwa 20.000 Juden wurden in Czernowitz gerettet, weil sie als Arbeitskr\u00e4fte in der Stadt bleiben durften. Im Mittelpunkt dieser Rettungsaktion steht, wie bekannt, der B\u00fcrgermeister Traian Popovici. Aber nicht nur er, das w\u00e4re ungerecht. Es gab auch andere, z.B. der ehemalige Deutsche Konsul in Czernowitz Dr. Fritz Schellhorn. Er war auch in diese Rettungsaktion involviert oder spielte sogar die f\u00fchrende Rolle. Da m\u00fcssen wir noch weiter forschen. Denn es gab offensichtlich auch andere Pers\u00f6nlichkeiten mit guten Kontakten nach Bukarest, die sich f\u00fcr die Czernowitzer Juden einsetzten. Fazit: Diese 20.000 Juden wurden hier gerettet. Wobei auch diese Zahlen nur ungef\u00e4hre sind. Im Fr\u00fchjahr 1944 war Transnistrien von der Sowjetarmee befreit und die bukowinischen Juden, die in Ghettos und den Arbeitslagern \u00fcberlebt haben, machten sich auf den Weg nach Hause. Die \u00dcberlebenden aus der S\u00fcdbukowina gingen mit oder ohne Papiere \u00fcber die Grenze, die es schon wieder gab. Auch in die Nordbukowina sind viele \u00dcberlebende zur\u00fcckgekehrt, vor allem nach Czernowitz. Man fand hier aber eine unsichere Situation: Die Sowjets, die wieder Herren der Lage waren, deuteten an, dass diese Juden in der Stadt nicht erwartet werden. Aus \u00a0Angst vor der Zukunft haben sich nun auch die Czernowitzer Juden entschieden, nach Rum\u00e4nien auszuwandern. Rum\u00e4nien war in der N\u00e4he und als ehemalige rum\u00e4nische B\u00fcrger hatten sie gem\u00e4\u00df einem zwischen der Sowjetunion und der neuen Regierung in Bukarest vereinbarten Abkommen auch ein Recht dazu. Sch\u00e4tzungsweise handelt es sich um etwa 30.000 Juden, die in den Jahren 1945\/46 die Stadt am Pruth verlie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Woher kamen die anderen dann sp\u00e4ter hinzu. Es gibt hier in Czernowitz eine J\u00fcdische Gemeinde.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1946 blieb noch ein kleiner Bruchteil der Czernowitzer Juden in der Stadt. Einige Jahre sp\u00e4ter setzt sich eine relativ intensive Einwanderung der sog. \u201eSowjetjuden\u201c nach Czernowitz ein. Es geht um die j\u00fcdischen Einwohner vor allem aus den \u00f6stlichen und zentralen Gebieten der Sowjetukraine sowie auch aus Bessarabien, deren Heimatst\u00e4dte in Schutt und Asche lagen. Im Unterschied dazu blieb Czernowitz, welche als J\u00fcdische Stadt bekannt war, von Zerst\u00f6rungen verschont und es gab da viele Wohnungen und H\u00e4user, die nun leer standen. Unter den Ansiedler gab es auch j\u00fcdische Familien \u2013 oft aber nur einzelne dem Tod entkommene Personen \u2013 aus den kleinen St\u00e4dtchen Transnistriens, die \u00a0mit den bukowinischen Juden in Ghettos und Arbeitslagern bekannt wurden und zusammen mit ihnen den Schrecken des Holocausts erlebten. Hinzu kommen auch sowjetische B\u00fcrger j\u00fcdischer Herkunft, die als Parteifunktion\u00e4re und Verwaltungspersonal hierher geschickt wurden. Solche Menschen f\u00fcllten Czernowitz nach und nach auf bis in den 1950er Jahren in der Stadt wieder etwa 30.000 Juden wohnten. Von einer J\u00fcdischen Gemeinde oder von einem gemeinschaftlichen Leben der Juden in Czernowitz in der Nachkriegszeit kann man nicht sprechen. Unter dem Vorwand, dass sich der sowjetische Staat jetzt um Alle k\u00fcmmere, haben die Sowjets alle Bem\u00fchungen, eine J\u00fcdische Gemeinde auf die Beine zu stellen, abgesagt. Es wurde nur eine j\u00fcdische religi\u00f6se Gruppe registriert, die auch das Recht bekam die Synagoge zu ben\u00fctzen. 1958 wurde der legale Status dieser Gruppe wieder entzogen und die Synagoge widmete man in eine M\u00f6belfabrik um.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wann ist die J\u00fcdische Gemeinde entstanden?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu einer kurzen Renaissance des j\u00fcdischen Lebens kam es in Czernowitz erst in der sp\u00e4teren Gorbatschow-Zeit im Zuge der Liberalisierung in der UdSSR. Man konnte jetzt ohne Angst \u00fcber die Vergangenheit sprechen, die verschiedenen Aspekte der J\u00fcdischen\u00a0 Geschichte diskutieren. Auch der Holocaust war nicht mehr ein Tabuthema. Es entstanden in der Stadt zahlreiche j\u00fcdisch-b\u00fcrgerliche Initiativen, die dahin ausgerichtet waren, der Stadt die vergessenen Namen von bedeutenden j\u00fcdischen Pers\u00f6nlichkeiten zur\u00fcckzugeben, eine j\u00fcdische Schulanstalt zu gr\u00fcnden, den \u00fcberwucherten j\u00fcdischen Friedhof zu pflegen und selbstverst\u00e4ndlich auch der Opfer des Holocausts \u00f6ffentlich zu gedenken. Auch j\u00fcdische regierungsunabh\u00e4ngige Organisationen entfalteten nun ihre rege T\u00e4tigkeit. Sie machten sich zur Aufgabe die j\u00fcdische Kultur zu f\u00f6rdern, die soziale F\u00fcrsorge um die alten und bed\u00fcrftigen Glaubensgenossen zu gew\u00e4hrleisten und auch den Juden bei der Repatriierung nach Israel zu helfen. Im Grunde genommen ersetzten sie gewisserma\u00dfen die fehlende J\u00fcdische Gemeinde und erzielten auf diesem Gebiet zahlreiche Erfolge. Dies alles dauerte aber nicht lange. In der Situation einer tiefen politischen und sozialen Krise in der nun unabh\u00e4ngigen Ukraine nahm die Auswanderungswelle nach 1991 wieder deutlich zu und die Zahl der j\u00fcdischen Einwohner in Czernowitz ging sehr schnell zur\u00fcck. So kam die kurze Renaissance von damals wieder zum Stillstand. Es sind in der Stadt meistens \u00e4ltere Juden geblieben, die einen neuen Anfang in einem neuen Land nicht wagten. Eine wahrhafte J\u00fcdische Gemeinde, d.h. eine Dachorganisation, die alle Gruppen und Str\u00f6mungen in der heutigen Czernowitzer Judenschaft vereinigt und als Nachfolgerin der Gemeinde aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg auftritt und als solche wahrgenommen wird, fehlt bis heute.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wieviel Gemeindemitglieder sind es heute?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die letzten offiziellen Zahlen haben wir von der Allukrainischen Volksz\u00e4hlung aus dem Jahre 2001. In Czernowitz z\u00e4hlte man damals 1.400 Juden. Jetzt werden es sch\u00e4tzungsweise noch 1.000 sein, obwohl der Rabbiner viel gr\u00f6\u00dfere Zahlen nennt. Nur die n\u00e4chste Volksz\u00e4hlung wird uns Auskunft geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Herr Dr. Kuschnir, Sie haben mir so viel erz\u00e4hlt, wof\u00fcr ich Ihnen sehr danke<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-57693 alignleft\" src=\"http:\/\/www.hagalil.com\/wp-content\/uploads\/Czernowitz-I-sept.2019-951.jpg\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" srcset=\"http:\/\/www.hagalil.com\/wp-content\/uploads\/Czernowitz-I-sept.2019-951.jpg 467w, http:\/\/www.hagalil.com\/wp-content\/uploads\/Czernowitz-I-sept.2019-951-300x236.jpg 300w\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"221\" \/>Mykola Kuschnir, geboren am 11. Mai 1973 im Dorf Myhaliwzi, in der Region Winnyzja, Zentralukraine. 1980 \u2013 1990 \u2013 Besuch der Schule. 1990-1996 \u2013 Studium der Geschichte der Ukraine sowie der osteurop\u00e4ischen Geschichte an der Czernowitzer Jurij-Fed\u2018kowitsch Universit\u00e4t. 1996-2004 \u2013 Arbeit in der Stadt- und Gebietsverwaltung Czernowitz. 1999-2000 \u2013 Forschungsaufenthalt in Wien. 2004-2014 \u2013 Dozentur am Lehrstuhl f\u00fcr Internationale Beziehungen der Czernowitzer Nationalen Jurij-Fed\u2018kowitsch Universit\u00e4t. 2014 \u2013 2016 \u2013 Leitung (ehrenamtlich) des b\u00fcrgerlichen Forums (Beirats) der Stadt Czernowitz. Seit 2010 \u2013 Leitung des Czernowitzer Museums f\u00fcr J\u00fcdische Geschichte und Kultur der Bukowina. M.K.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/muzejew.org.ua\/Koncept-De.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Zur Webseite des Museums<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Alle Fotos: (c)\u00a0Christel Wollmann-Fiedler<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Gespr\u00e4ch mit Dr. Mykola Kuschnir, Direktor des J\u00fcdischen Museums in Czernowitz\/Ukraine\u2026 Von Christel Wollmann-Fiedler Czernowitz, 10. September 2019 \u00dcber Czernowitz, \u00fcber das j\u00fcdische Leben vor dem 2. Weltkrieg habe ich von meinen Zeitzeugen und Freunden in Israel viel und vor allem Sch\u00f6nes geh\u00f6rt. 1940 kam dann das Schreckliche hinzu und 1941 wurde es noch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1137,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[118],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/muzejew-news.org.ua\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1136"}],"collection":[{"href":"http:\/\/muzejew-news.org.ua\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/muzejew-news.org.ua\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/muzejew-news.org.ua\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/muzejew-news.org.ua\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1136"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/muzejew-news.org.ua\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1136\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1138,"href":"http:\/\/muzejew-news.org.ua\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1136\/revisions\/1138"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/muzejew-news.org.ua\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1137"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/muzejew-news.org.ua\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1136"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/muzejew-news.org.ua\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1136"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/muzejew-news.org.ua\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1136"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}